Selbstmanagement
Ziele richtig formulieren - Die POWER-Formel
Wozu setzen wir uns Ziele? Natürlich um sie zu erreichen. Sollte man meinen. Die Realität sieht jedoch leider oft anders aus:
Ziele werden vereinbart, vielleicht sogar schriftlich fixiert, und dann? Manche geraten einfach in Vergessenheit; manche werden trotz intensiver Bemühungen nicht erreicht; andere wiederum erfüllen sich wie von Zauberhand, und niemand weiß so recht warum...
Wie kommt das, und was können Sie tun, damit Sie Ihre Ziele in Zukunft zuverlässig und nicht nur zufällig erreichen?
Der erste und oft entscheidende Schritt besteht darin, ein Ziel klar zu formulieren. Worauf es sich dabei lohnt zu achten, haben wir in einer kurzen
Checkliste für Sie zusammengestellt.
Hier finden Sie einfache, aber effektive Regeln, die Ihnen die Formulierung eines Ziels erleichtern. Probieren Sie´s aus und
erleben Sie, wie sich Ihre Formulierungen verändern und ihre eigene Kraft entwickeln.
Die POWER-Formel
- Positiv
- Oekologisch
- Wichtig
- Evidenzkriterien und eigene Verantwortung
- Realistisch
1. Positiv
Formulieren Sie Ihr Ziel positiv, d.h. ohne Verneinungen und ohne Vergleiche!
Also nicht: "Ich werde nicht mehr so oft zu spät kommen." Sondern: "Ich werde zu jeder Verabredung mit Herrn Müller zur vereinbarten Zeit
kommen".
Warum?
Unser Unterbewusstsein versteht kein Nein, d.h. wenn wir uns vornehmen, XYZ nicht mehr zu tun, denken wir erst recht an XYZ.
Wer schon einmal eine Diät gemacht hat ("Nein, ich esse jetzt keine Schokolade!") oder versucht hat mit dem Rauchen aufzuhören ("Nein, ich denke
jetzt nicht an Zigaretten!"), kann wohl ein Lied davon singen...
2. Oekologisch
Beachten Sie die sogenannte Ökologie Ihres Ziels. Darunter verstehen wir eine Art Kosten-Nutzen-Rechnung: Was müssen Sie an
Zeit, Geld, Energie etc. investieren, welchen Nutzen werden Sie und/oder andere davon haben, wenn Sie Ihr Ziel erreichen?
Finden Sie mindestens drei negative Auswirkungen und überlegen Sie, wer von Ihrem Ziel in welcher Weise noch betroffen sein wird.
Warum?
Wenn Sie bei dieser Frage eventuelle Nebenwirkungen, betroffene Personen und/oder Abteilungen nicht berücksichtigen, könnten
Sie auf dem Weg zum Ziel den einen oder anderen unerwarteten Widerstand antreffen. Oder Sie gehen über Leichen, erreichen Ihr konkretes Ziel,
bezahlen aber einen hohen Preis dafür.
3. Wichtig
Das Ziel muss wichtig sein, und zwar demjenigen, der die Schritte dorthin gehen soll, also die Arbeit hat.
Überprüfen Sie diesen Punkt sowohl für Ziele, die Sie sich persönlich setzen, als auch für Zielvereinbarungen mit MitarbeiterInnen: Wie wichtig ist
das jeweilige Ziel für diese Personen?
Warum?
Wenn uns etwas wichtig genug ist, sind wir bereit, Energie dafür aufzuwenden, weil wir motiviert sind. Haben Sie schon
einmal einem phlegmatischen Menschen zugesehen, wie er hingebungsvoll und ausdauernd seinem Hobby nachgegangen ist - von Phlegma keine Spur!
4. Evidenzkriterien vorhanden und eigene Verantwortung
Evidenzkriterien sind diejenigen Sinneseindrücke, an denen Sie erkennen, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben. Mit anderen
Worten: Das Ziel muss konkret messbar oder testbar sein.
Auch ein konkreter Zeitpunkt, bis wann dies der Fall sein soll, darf nicht fehlen.
Warum?
Wie wollen Sie Ihren Erfolg oder den Ihrer MitarbeiterInnen kontrollieren und feiern, wenn Sie nicht wissen, woran Sie
diesen konkret erkennen?
Eigene Verantwortung
Ein richtig formuliertes Ziel können Sie, so wie es formuliert ist, alleine oder im Team, wenn es ein gemeinsames Ziel ist,
erreichen.
Also nicht: "Am 31.05.2004 stehe ich zusammen mit Michael Schumacher auf dem Gipfel des Mount Everest." Ein schönes Ziel: kein Vergleich, keine
Verneinung, möglicherweise auch wichtig. Es ist testbar und enthält ein konkretes Datum - aber: Was, wenn Schumi gar keine Lust hat, mit Ihnen auf
den Mount Everest zu klettern? Und was, wenn das Wetter nicht mitspielt?
Besser: "Am 31.05.2004 bin ich körperlich in der Lage und organisatorisch vorbereitet, auf den Mount Everest zu steigen." Ihr
Training und die Vorbereitungen können Sie selbst steuern; wenn Sie Lust haben, können Sie Schumi auch fragen, ob er mitkommt - ob er es tut, liegt
nicht in Ihrer Macht.
Warum?
Viele "Ziele" werden nur deswegen nicht erreicht, weil Sie eigentlich keine Ziele, sondern Wünsche sind. Das bedeutet: Um
das Ziel zu erreichen, müssen andere Personen oder Umstände wie z.B. das Wetter mitspielen; Sie können Ihr Ziel nicht aus eigener Kraft erreichen und
sind von Faktoren abhängig, die Sie nicht beeinflussen können.
5. Realistisch
Das Ziel muss erreichbar sein. Die Ressourcen, die Sie brauchen, müssen vorhanden beziehungsweise zugänglich sein. Diese
letzte Regel klingt einfach, und doch: Wie viele Ziele sind schon daran gescheitert, wie viele MitarbeiterInnen demotiviert, wie viele Ressourcen
verschwendet worden, weil die Messlatte ein wenig zu hoch lag?
Formulieren Sie einfach mehrere kleine Ziele mit kurzer bis mittlerer Reichweite als Stationen auf dem Weg zum großen Ziel.
Damit schaffen Sie sich und Ihren MitarbeiterInnen Erfolgserlebnisse und nicht zuletzt die Möglichkeit, Ihre Ziele nach der POWER-Regel zu
überprüfen.
Und nun viel Erfolg beim Formulieren und Erreichen Ihrer Ziele!
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